Spanische Behörden lassen Dogan Akhanli unter Auflagen wieder frei

Dogan Akhanli

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Akhanlis deutscher Anwalt Ilias Uyar sagte dem "Kölner Stadt-Anzeiger", bei der spanischen Polizei habe ein "Dringlichkeitsvermerk" (Red Notice) der internationalen Polizeibehörde Interpol gegen seinen Mandanten vorgelegen. Zunächst hatte die ARD darüber berichtet.

Es dauerte knapp 30 Stunden, dann war Dogan Akhanli wieder auf freiem Fuß - und der deutsche Außenminister Sigmar Gabriel freute sich: "Es wäre schlimm, wenn die Türkei auch am anderen Ende Europas erreichen könnte, dass Menschen, die ihre Stimme gegen Präsident Erdogan erheben, in Haft geraten würden". Ein spanisches Gericht hat nach einer Anhörung am Sonntagvormittag die Haftentlassung mit der Auflage angeordnet, dass Akhanlı in Madrid bleibt. Außenminister Sigmar Gabriel (SPD) schaltete sich in den Fall ein und bat Spanien, den Autor nicht an die Türkei auszuliefern.

Unionsfraktionschef Volker Kauder (CDU) warnte Ankara vor weiteren Grenzüberschreitungen. Der 60-Jährige war am Samstag während seines Urlaubs in Granada auf Ersuchen der Türkei festgenommen worden. Mehrere Mitarbeiter europäischer Sicherheitsbehörden bezeichneten das Vorgehen der Türkei gegenüber "Buzzfeed News" als "Geisel-Diplomatie". Offiziell bestätigt ist das bisher nicht.

Der türkischstämmige Akhanli hat die deutsche Staatsbürgerschaft. Dies zumindest hatten spanische Polizeibeamte der örtlichen Dienststelle bei der Festnahme als Grund angegeben. Er wurde als Mitglied der kommunistischen TDKP gesucht und 1984 verhaftet. Von 1985 bis 1987 saß er in Istanbul in einem Militärgefängnis. "Das ist eine schwierige Situation, denn ich bin nicht Teil der deutschen Literatur, ich bin Teil der türkischen Literatur", sagte der in Köln lebende Schriftsteller einmal in einem Interview. Nachdem Akhanli 1975 mit 18 Jahren beim Kauf einer linken Zeitschrift das erste mal festgenommen worden war, war Akhanli in der türkischen Linken aktiv. In Deutschland löste seine Festnahme Empörung aus. Es sei schon ein Skandal, wenn der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan in der Türkei unschuldige Menschenrechtsaktivisten und Journalisten verhaften lasse, sagte SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz.

Bahnverkehr in Hannover wegen Brandanschlägen gestört
Es gebe weiter noch keine Prognose, wann es dort weitergehe, sagte eine Bahnsprecherin am Sonntagnachmittag. An einem Montag fielen deutschlandweit Züge aus, Reisende mussten mit Verspätungen zurechtkommen.

Bayern-Superstar James muss keine Steuern zahlen
Der Verein, Rodríguez und sein Spielerberater Jorge Mendes äußerten sich auf Nachfrage des " Spiegel " nicht zu den Vorgängen. Die Bayern übernehmen das für den Kolumbianer, selbst wenn sich die Steuern in Deutschland erhöhen sollten.

Jetzt zeigt auch Amazon die Bundesliga-Spiele live
Sky Go steht im Google Play Store für Android und für Apple-Geräte im iTunes-Store zum kostenlos zum Download bereit. Die Bundesliga im Internet gibt es in der neuen Saison als erstes bei DAZN , immer 40 Minuten nach Abpfiff .

Auch Justizminister Heiko Maas (SPD) zeigte sich erleichtert über die Entwicklung, sagte zu BILD: "Das rechtsstaatliche Europa darf nicht zulassen, dass jeder Kritiker des türkischen Regimes der willkürlichen Verfolgung ausgesetzt ist".

Bereits 2010 wurde Dogan Akhanli in der Türkei verhaftet - als er seinen todkranken Vater besuchen wollte. Ihm wurde vorgeworfen, einen Raubmord begangen zu haben - zu einem Zeitpunkt, zu dem er nach Angaben seines Anwalts gar nicht im Land war. Ein Jahr später wurde er in Abwesenheit aus Mangel an Beweisen freigesprochen.

Akhanlis Anwalt Ilias Uyar sagte, der Festnahmeantrag sei aus der Türkei gekommen. Die Türkei hatte bei Interpol einen internationalen Haftbefehl gegen ihn erwirkt. Ein Sprecher von Interpol in Lyon dementierte den Bericht, erklärte aber, dass Ausschreibungen mancher Länder, etwa wegen mangelnder Dokumente, abgelehnt worden seien.

In der Türkei selbst werden seit Monaten zahlreiche Journalisten inhaftiert, kriminalisiert und mundtot gemacht. Ankara hat nun 40 Tage Zeit, einen Auslieferungsantrag zu stellen. Trotzdem verschärfen sich die Spannungen zwischen Deutschland und der Türkei.

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