Erste Runde der Parlamentswahl in Frankreich

Er hat gut lächeln: Emmanuel Macron ist ziemlich beliebt in Frankreich.

Außerdem wären da noch seine Reformpläne für die Europäische Union. Richtig spannend wird es also erst in der zweiten Runde, wo dann für einen Sieg die relative Mehrheit reicht.

Die Abgeordneten werden in der Regel alle fünf Jahre gewählt, es sei denn, der Präsident löst die Nationalversammlung vorzeitig auf. Um im ersten Wahlgang am kommenden Sonntag ein Mandat zu gewinnen, braucht ein Kandidat in seinem Wahlkreis eine absolute Mehrheit.

Die Wahlen zur Nationalversammlung in Frankreich (Assemblée Nationale) finden am 11. und am 18. Juni statt.

Häufig verständigen sich größere Parteien und Parteien, die sich politisch nahe stehen vor der zweiten Runde auf einen gemeinsamen Kandidaten. Dieser erklärte gegenüber der Staatsanwaltschaft, in der Vergangenheit parallel Teilzeitverträge mit der Partei und mit einem EU-Abgeordneten der Partei gehabt zu haben. Den Sozialisten und den Konservativen werden Verluste vorausgesagt. Zustatten kommt ihm, dass beide Parteien Zerfallserscheinungen aufweisen. Zweitstärkste Kraft sind mit 199 Sitzen die Republikaner. Jetzt steht die Partei, Inbegriff sozialdemokratischer Politik und Bezugspunkt etlicher Organisationen des radikalisierten Kleinbürgertums, vor dem Untergang. Nach dem Motto: Wer die Jury überzeugt, kann auch Wähler gewinnen.

Meinungsforscher hatten Macrons Partei "La République en Marche" zuletzt klar vorn gesehen. Im Kräftemessen mit kampferprobten Profis würden die Neulinge bei der Parlamentswahl alt aussehen. Die Kandidaten von "La République en marche!" sind dagegen in vielen Fällen Politikneulinge. Front gegen Front National Ipsos sagt voraus, dass die Allianz von LREM und Modem in der Nationalversammlung mit 395 bis 425 Sitzen die absolute Mehrheit erhalten könnte.

Innenpolitisch treibt Macron entschlossen voran, was er die "Erneuerung der politischen Landschaft" nennt und was de facto auf eine Demontage der Traditionsparteien hinausläuft. Der smarte Intellektuelle hat sich in seinen ersten Wochen im Amt zur schillernden Gallionsfigur einer neuen politischen Bewegung entwickelt. Dabei hatten Politikexperten auf seinem Weg doch jede Menge Hindernisse ausgemacht. Macron inszeniert sich als politisches Schwergewicht. "Er wird den Planeten vor Trump retten", hieß es auf einem Banner wie in einer Reklame.

May verliert Mehrheit in Großbritannien - Corbyn fordert Rücktritt
Bei der Parlamentswahl in Grossbritannien haben die Konservativen von Regierungschefin Theresa May die absolute Mehrheit verloren. Dagegen sieht der ÖVP-Europaabgeordnete Othmar Karas die Verhandlungsposition der britischen Regierung "natürlich" geschwächt.

EU-Kommission präsentiert Ideen zu Verteidigungspolitik
Nationale Beiträge in den Fonds kann ein Land von seinem Defizit abziehen, wenn es seine Haushaltszahlen nach Brüssel schickt. Demnach stehen für Forschungsprojekte in diesem Jahr 25 Millionen Euro zur Verfügung, bis Ende 2019 90 Millionen.

Russland-Affäre der US-Regierung: FBI nimmt mutmaßliche Whistleblowerin fest
Trump steht wegen möglicher illegaler Kontakte seines Wahlkampfteams nach Moskau massiv unter Druck. Es wird erwartet, dass Comey über seine Gespräche mit dem Präsidenten berichten wird.

Die Präsidentschaftswahlen sind erst einen Monat her, schon werden die Franzosen wieder zu den Urnen gerufen.

Die NPA ließ verlauten, dass Macron "der beste Vertreter der Politik des freien Marktes in den letzten 30 Jahren" war. Eines seiner Lieblingswörter ist "en meme temps", gleichzeitig. Wir können mit dem Strom schwimmen, ihn aber auch stören.

Nicht nur diese Pläne stoßen im linken Lager auf Widerspruch.

Viele bisherige Volksvertreter, unter ihnen auch ehemalige Minister von Präsident Hollande, müssen damit rechnen, als kollaterale Opfer von der Macron-"Flutwelle" fortgespült zu werden. Und auch ein Teil der Republikaner, davon geht Tenzer aus, werde sich nach der Affäre um ihren Präsidentschaftskandidaten François Fillon, hinter Emmanuel Macron stellen.

Hohe Verluste zugunsten von Macrons Partei würden nicht nur weniger Macht und Gestaltungsmöglichkeiten nach sich ziehen, sondern auch massive finanzielle Einbußen, da die Höhe der staatlichen Zuschüsse für Parteien vom Ergebnis der Parlamentswahlen und der Anzahl ihrer Abgeordneten abhängt.

Doch soweit werde es nicht kommen, ist sich Nicolas Tenzer sicher.

Manche PS- oder LR-Bewerber zögern nicht, mit ihrer Unterstützung des neuen Staatschefs Wahlkampagne zu machen. Als Grund gilt Macrons Stadtplanungsminister und enger Vertrauter Richard Ferrand, gegen den wegen umstrittener Finanzgeschäfte Vorermittlungen eingeleitet wurden.

Recommended News

  • Gabriel trifft katarischen Außenminister Al-Thani

    Deutschland habe in dem Konflikt keine Vermittlerrolle, sagte Merkel am Freitagabend (Ortszeit) bei einem Besuch in Mexiko-Stadt. Saudi-Arabien, Ägypten , Bahrain und andere Länder werfen Katar eine solche Hilfe vor und begründen damit ihre Blockade.
    Linke will Merkel-Politik beenden - Streit um Wahlkampfkurs

    Linke will Merkel-Politik beenden - Streit um Wahlkampfkurs

    Sie würde sich wünschen, so Wagenknecht weiter, "dass der Erfolg von Labour-Chef Jeremy Corbyn die SPD noch einmal wachrüttelt". Bis in die Nacht zum Samstag hatten die Delegierten in Dutzenden Abstimmungen Kernpunkte ihres Wahlprogramms beschlossen.
    Tödliche Messerattacke in Beratungszentrum für Flüchtlinge in Saarbrücken

    Tödliche Messerattacke in Beratungszentrum für Flüchtlinge in Saarbrücken

    Zu dem Opfer der tödlichen Messerattacke wollte der Sprecher zunächst keine Angaben machen. Der Asylwerber zuckte schließlich sein Messer und habe den Berater damit niedergestochen.
  • Trump will unter Eid aussagen

    Trump will unter Eid aussagen

    Trumps Worte: "Ich hoffe, Sie sehen einen Weg, das fallen zu lassen, von Flynn abzulassen", habe er als Anordnung verstanden. Er hat gar dazu geführt, dass am Tag 139 seiner Präsidentschaft der Vorwurf der Justizbehinderung überhaupt diskutiert wird.
    Air Berlin will wie geplant Niki-Anteile an Etihad verkaufen

    Air Berlin will wie geplant Niki-Anteile an Etihad verkaufen

    Der arabische Staatskonzern mit knapp 30 Prozent Anteil an Air Berlin braucht eine neue Lösung für den hoch verschuldeten Partner. Etihad ließ lediglich durchblicken, dass man sich nicht einig wurde, wie das Gemeinschaftsunternehmen letztlich aussehen sollte.
    MacOS High Sierra: neues für Speicher, Video und Grafik

    MacOS High Sierra: neues für Speicher, Video und Grafik

    Weitere Neuerungen betreffen die Fotos-Apps, den Sprachassistenten Siri , iCloud, die Spotlight-Suche, die Mail-App und Facetime. Cloning wiederum ermöglicht es, Kopien von Dateien zu erstellen, ohne dass diese zusätzlichen Speicherplatz belegen.
  • Hacker-Angriff auf Al Dschasira

    Hacker-Angriff auf Al Dschasira

    Ein Auslöser könnte die schwere diplomatische Krise in Katar sein, wo sich der Hauptsitz des Senders befindet. Die Website sei am Donnerstagabend vorübergehend nicht aufrufbar gewesen, berichtet etwa Zeit Online.
    Türkei baut militärische Zusammenarbeit mit Katar aus

    Türkei baut militärische Zusammenarbeit mit Katar aus

    Im syrischen Bürgerkrieg unterstützten Katar und die Türkei sunnitische Rebellen im Kampf gegen Präsident Baschar al-Assad. Katar selbst sah von Sanktionen gegenüber den ehemaligen Verbündeten ab, der Zwergstaat gab sich ungewohnt kleinlaut.

    Tories verlieren absolute Mehrheit im britischen Parlament

    Ihr Parteifreund Jacob Rees-Mogg hingegen sagte, er denke nicht, dass die Konservativen nun nicht mehr hinter May stehen werden. Nach Auszählung von mehr als 500 der 650 Wahlkreise führten die Konservativen gegen 05.15 Uhr MESZ erstmals knapp vor Labour.
  • Rodriguez zieht es von Wolfsburg nach Mailand

    Rodriguez zieht es von Wolfsburg nach Mailand

    Im Januar 2012 war der Schweizer vom FC Zürich zu den Wölfen gewechselt, für die er seither 184 Pflichtspiele absolvierte.
    Rente | Schulz zu SPD-Rentenkonzept: Lebensstandard im Alter sichern

    Rente | Schulz zu SPD-Rentenkonzept: Lebensstandard im Alter sichern

    Unter anderem schlägt Schulz eine Solidarrente vor für jene, die viel gearbeitet haben, aber dennoch im Alter wenig Geld haben. So soll der Beitrag zur gesetzlichen Rentenversicherung bis 2030 nicht über die bis dahin erlaubten 22 Prozent steigen.
    IMac Pro für 4999 Dollar vorgestellt

    IMac Pro für 4999 Dollar vorgestellt

    Das neue Retina Display , welches mit der sogenannten Promotion-Technologie kommt, bietet eine Bildwiederholrate von 120 Hz. Dessen Reaktionszeit zwischen dem Aufsetzen der Spitze und der eigentlichen Eingabe wird auf 20 Millisekunden verringert.

We are pleased to provide this opportunity to share information, experiences and observations about what's in the news.
Some of the comments may be reprinted elsewhere in the site or in the newspaper.
Thank you for taking the time to offer your thoughts.